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Adventures in diversity

New avenues for the dialogue between cultures
Traugott Schöfthaler

20 Jahre Europäisch-Islamischer Kulturdialog haben keine Vertrauensbasis zwischen Europa und der arabischen Welt geschaffen. Was im "Kulturdialog der Repräsentanten" falsch gelaufen ist und wie ein weltoffenes Europa erfolgreich für eine pluralistische Demokratie werben kann, beschreibt die Publikation "Adventures in Diversity – New Avenues for the Dialogue between Cultures". Traugott Schöfthaler stellt seine Erfahrungen als Gründungsdirektor der Euro-Mediterranen Anna Lindh-Stiftung für Kulturdialog mit Sitz in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria vor. Er war von 1993 bis 2004 Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, bevor er von den Mitgliedstaaten der EU und ihren Mittelmeer-Partnern (arabische Länder, Israel und Türkei) zum Leiter der ersten gemeinsamen Kulturinstitution berufen wurde.

Das Buch präsentiert neue Strategien, Methoden und Inhalte eines Kulturdialogs, der sich am Konzept der kulturellen Vielfalt nicht nur zwischen den Staaten, sondern innerhalb jeder Gesellschaft orientiert. Der Autor plädiert dafür, die zwischenstaatlichen Vereinbarungen innerhalb der UNESCO und der Vereinten Nationen zur Anerkennung des Rechts jedes Bürgers auf kulturelle Selbstbestimmung ernst zu nehmen. Kulturpolitik soll Freiheitsspielräume eröffnen, ungeachtet der kulturellen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit der Menschen. Schöfthaler demonstriert an den Beispielen des Dialogs mit feministisch-islamischen Gruppen, mit streng religiösen Muslimen und eines Lehrerfortbildungsprogramms, wie Kulturdialog funktionieren kann. Respekt einfach anbieten statt ihn einzufordern oder Gastfreundschaft als kulturverbindendes Prinzip erfahren sind zwei der Dialogstrategien, die der Autor in den letzten drei Jahren erprobt hat.

Das Buch ist ein Plädoyer gegen eine Abgrenzung Europas durch "europäische Werte". Es fordert zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 2008 neue Anstrengungen, die völkerrechtlichen Vereinbarungen ernst zu nehmen als Verpflichtung auf gemeinsame Orientierungen. Zum "Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008" schlägt der Autor eine Offensive für pluralistische Demokratie vor, die unter Verzicht auf Schulmeisterei die Partner in der arabischen Welt zum offenen Dialog einlädt. Das Buch dokumentiert auch mehrere repräsentative Stimmen aus der islamischen Welt, die "kulturelle Vielfalt" als gemeinsamen Wert vorschlagen.

Deutsche UNESCO Kommission

Erschienen: 
. 2007
Ort: 
Bonn
Verlag: 
Deutsche UNESCO-Kommission
Seiten: 
176 Seiten
ISBN: 
3-927907-99-5