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Vorlesestudie 2015: Vorlesen bedeutet Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln

26.12.2015

Auch in diesem Jahr hat die Stiftung Lesen eine aktuelle Vorlesestudie veröffentlicht. Sie belegt, dass regelmäßiges Vorlesen das soziale Empfinden und Verhalten von Kindern positiv prägt. Damit wird nun erstmals auch die längerfristige soziale Bedeutung des Vorlesens nachgewiesen. Wurde Kindern regelmäßig vorgelesen, sind diese häufiger darum bemüht, andere in die Gemeinschaft zu integrieren. Auch ist der allgemeine Gerechtigkeitssinn dieser Kinder besonders ausgeprägt, selbst jenseits ihres unmittelbaren Umfelds.

Die Vorlesestudie ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH und wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2015 hat das Feldinstitut Iconkids & Youth vom 30. Juni bis 31. Juli 524 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren und ihre Mütter persönlich befragt. Die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Dr. Simone C. Ehmig erklärt: „Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben. Jeder Vater und jede Mutter sollte diese Möglichkeit nutzen, um das eigene Kind zu fördern.“

Vorlesen stärkt aber nicht nur die Kinder selbst, sondern auch die sozialen Beziehungen, in denen sie leben. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wurde, sind häufiger darum bemüht, andere zu integrieren, als Kinder, denen nur selten oder nie vorgelesen wurde (40 vs. 17 Prozent). „Diese Kinder sind empathischer und handeln auch entsprechend. Dafür bekommen sie Anerkennung und Wertschätzung von anderen zurück. Solidarisches Handeln ist also keine Einbahnstraße, sondern für alle Seiten ein Gewinn“, so Dr. Esser, Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe, in seiner Einordnung der Ergebnisse.

85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, besitzen nach Aussage ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, im Unterschied zu 40 Prozent der übrigen Kinder. Was das für die Gesellschaft insgesamt bedeutet, betonte abschließend Dr. Maas, Geschäftsführer der Stiftung Lesen: „Ein Kind mit Gerechtigkeitssinn, das über sein direktes Umfeld hinaus Interesse und Solidarität zeigt, wird sich auch später engagieren – sei es im Ehrenamt oder als Entscheider in einer beruflichen Position.“

Die vollständigen Ergebnisse der Vorlesestudie 2015 können hier abgerufen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem hier.

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Interdisziplinär, Literatur/ Lesen, Medien | Thema: Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Schulische Bildung | Textsorte: Neuerscheinung |