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Schulmusiker in Niedersachsen besorgt über Entwicklung der musikalischen Bildung

05.11.2013

Der Verband Deutscher Schulmusiker/Landesverband Niedersachsen, Fachverband der Musiklehrer an den allgemein bildenden Schulen, hat sich in einer Pressemeldung zur Schulzeit-Diskussion um G8 oder G9 zu Wort gemeldet. In Niedersachsen, so heißt es dort, sprächen sich zunehmend mehr Institutionen und Verbände für eine Rückkehr zu einer neunjährigen Gymnasial-Schulzeit aus. Dazu gehörten Elternräte, die beiden großen Lehrerverbände, Sport- und Kulturverbände sowie die Kirchen. Der Landesverband der Schulmusiker sieht vor allem negative Auswirkungen für die schulische sowie außerschulische Bildung im Fach Musik. Einerseits beklagten Instrumentallehrer massiv zurückgehende Schülerzahlen, insbesondere ab der 9. Jahrgangsstufe. Andererseits sei das Schulfach Musik selbst in starke Bedrängnis gekommen. „Es leiden nicht nur die auf Freiwilligkeit und damit auf zeitlichem Freiraum basierenden Musik-Arbeitsgemeinschaften, sondern auch der Musikunterricht selbst ist durch die curriculare Verdichtung um wichtige Qualitätsmerkmale musischer Bildung wie Musikpraxis, ästhetische Bildung, Wahrnehmungserziehung ärmer geworden.“

Mit Hinweis auf das Land Baden-Württemberg, wo einige Gymnasien mit großer Resonanz wieder für G9 geöffnet worden seien, fordert der Landesverband der Schulmusiker: „Wir brauchen auch in Niedersachsen wieder eine längere zum Abitur führende Schulzeit, nicht nur um unseren Jugendlichen die Zeit zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Vertiefung schulischer Bildungsinhalte zu geben. Die Rückkehr zu G9 bedeutet auch Ruhe, Entspannung und Entlastung und käme unter anderem auch der musikkulturellen Entwicklung unserer Jugendlichen zu gute.“

Zeitgleich zur Meldung des Schulmusikerverbandes äußerten die Träger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ (niedersächsische Regionalwettbewerbe, Fachbeirat Niedersachsen und Landesmusikrat Niedersachsen) ihr Besorgnis über den Rückgang der Teilnehmerzahlen beim Wettbewerb. Die musikalische Breite der Teilnehmer ab ca. 15 Jahren nehme kaum noch am Wettbewerb teil. Zurückgeführt wird dies auf die zunehmende schulische Belastung.

Enthalten in

Region: Bundesweit, Niedersachsen | Sparte: Musik | Thema: Altersübergreifend, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Schulische Bildung | Textsorte: Meldung |