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Projekt der Woche #214: Klänge der Hoffnung

23.04.2018

Das Projekt Klänge der Hoffnung der Stiftung Friedliche Revolution in Leipzig bringt als Netzwerk Musikerinnen und Musiker mit und ohne Fluchtbiografie miteinander in Kontakt und fördert gemeinsames Musizieren. Mit Hilfe von Institutionen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern organisiert das Projekt Konzerte für die beteiligten Ensembles in und um Leipzig. Anfang 2016 entstand im Kreis der Leipziger Stiftung Friedliche Revolution der starke Wunsch, mit einem eigenen Projekt zur Integration Geflüchteter beizutragen. Die Wahl fiel auf die Gründung eines interkulturellen Projekts mit geflüchteten Musikerinnen und Musikern. Wie sich zeigte, waren  im Raum Leipzig schon viele gute Projekte in diesem Bereich aktiv, doch fehlte zwischen ihnen eine Vernetzung. Daher beauftragte die Stiftung den Leipziger Musiker und Musikpädagogen Tilmann Löser als Projektleiter mit dem Aufbau eines Netzwerks.

Projektleiter Tilmann Löser wurde von „Kultur bildet.“-Redakteurin Ulrike Plüschke befragt.

Herr Löser, seit 2016 leiten Sie das Projekt „Klänge der Hoffnung“ – was ist das Besondere an diesem Netzwerkprojekt und wer nimmt bislang daran teil?
Das Projekt besteht aus zwei Säulen: Zum Einen der Netzwerk-Arbeit und zum Anderen den damit verbundenden Konzerten.

Im Netzwerk bringen wir alle Akteure zusammen, die an dem Themenfeld „Integration durch Musik“ in Leipzig interessiert sind. Das sind Einzel-Musiker*innen, Ensembles, Veranstalter und auch Institutionen wie die Leipziger Musikhochschule und der Interaction e.V. In regelmäßigen Netzwerk-Treffen tauschen wir uns über unsere Projekte aus, vermitteln Kontakte  und überlegen gemeinsam , wie wir in Leipzig den interkulturellen Austausch fördern können. Mehr Infos zu den Musikern und zum Netzwerk unter http://www.klaenge-der-hoffnung.de/musikerinnen/  und  http://www.klaenge-der-hoffnung.de/netzwerk/

Die zweite Säule sind die Konzerte, die wir aus dem Netzwerk heraus organisieren. Es begann mit einem Konzert im September 2016 im Leipziger Grassi-Museum, bei dem sich acht verschiedene Ensembles vorstellten. 2017 haben wir insgesamt vier Konzerte mit verschiedenen Ensembles und ca. 1000 Zuhörern durchgeführt.

Entstehen im Rahmen des Projektes neue Musikgruppen /-formationen und auch neue Musikstücke bzw. -arrangements?
Ja! Angeregt durch den iranischen Musiker Ali Pirabi haben wir 2017 eine internationale Gruppe aus zehn Musikern gebildet, das Ensemble „Klänge der Hoffnung - Musik verbindet“, dessen Mitglieder aus Syrien, Bangladesch, Polen, Italien, Iran und Deutschland kommen. Dabei entstanden dann auch neue Arrangements von arabischen und persischen Melodien.

Wie ist das Feedback der Beteiligten und auch des Publikums?
Von Anfang haben wir bei den Akteuren ein großes Interesse an Vernetzung wahrgenommen und auch eine rege Teilnahme an den Netzwerk-Treffen verzeichnet. Wir sind da in eine Lücke gestoßen und nehmen diese Rolle gerne an. Auch das Publikum ist  von Anfang an dabei gewesen. Die von uns veranstalteten Konzerte waren alle sehr gut besucht und fanden in einer Atmosphäre der Neugier, des Respekts, der Begeisterung und der Hoffnung statt.

Welche Zukunftspläne gibt es für „Klänge der Hoffnung“ und können neue Musikerinnen und Musiker sich dem Netzwerk anschließen?
In diesem Jahr wollen wir die Netzwerk-Arbeit weiter vertiefen und auf den Landkreis Nordsachsen ausdehnen. Am 7. Oktober ist ein großes Konzert im Leipziger Kupfersaal geplant, wo unter anderem Gäste aus Dresden zu Gast sein werden („Paradiesisch Musizieren“). Auch planen wir für diesen Abend ein Beteiligungsformat für Musiker*innen, die Lust haben, für einen begrenzten Zeitraum dabei zu sein. Interessenten können Sich gerne an mich wenden (loeser@stiftung.fr.de). Das Konzert am 7. Oktober findet im Rahmen des „Internationalen Runden Tischs“ der Stiftung Friedlichen Revolution statt.

Wir sind dem Freistaat Sachsen und dem Kulturamt Leipzig dankbar, dass sie unsere Arbeit fördern und wollen das Projekt auch über 2018 hinaus weiter entwickeln und sowohl künstlerisch als auch organisiatorisch ausbauen.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!

 

Weitere Informationen

http://www.klaenge-der-hoffnung.de/

Stiftung Friedliche Revolution http://www.stiftung-fr.de

Hier finden Sie eine Übersicht aller bisherigen Projekte der Woche.

"Interaction Chor" beim Auftritt am 26.9.2017 im Grassi-Museum, Foto: Mahmoud Dabdoud
"Interaction Chor" beim Auftritt am 26.9.2017 im Grassi-Museum, Foto: Mahmoud Dabdoud
Kategorie: 
Allgemeine News
Enthalten in

Region: Sachsen | Sparte: Musik, Soziokultur | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Projekt der Woche |