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Offener Aufruf zur Gestaltung eines Denkmals für Geflüchtete in Berlin

28.10.2015

Denkmäler und Gedenkstätten sind normalerweise staatliche Auftragsarbeiten, die an Künstler und Architekten vergeben werden, wenn es einen politischen Bedarf für eine Statue oder ein Symbol gibt. Sie dienen dazu, das kollektive Gedächtnis und Bewusstsein zu prägen. Es ist gängige Praxis für die Mitglieder eines Denkmalausschusses, Künstler*innen zur Einreichung ihrer Ideen einzuladen und eine Vorauswahl zu treffen. Daraufhin bestimmt eine berufene Jury den Gewinner. Aber können nicht auch die Öffentlichkeit oder Künstler selbst über die Notwendigkeit eines Denkmals entscheiden und dessen Durchführung konsequent verfolgen?

„Anonymous Stateless Immigrants“ (ASI) regt durch einen offenen Aufruf die Gestaltung und damit die Errichtung eines Denkmals für Geflüchtete in Berlin an. Das „Refugee Monument“ ist für die Opfer von Grenzkontrollen. Für Asylsuchende und Geflüchtete, für deren Existenz,  deren Leben und Subjektivität und besonders für deren Ideen und Träume, die aufgrund einer kollektiven Zurückweisung durch andere Länder, ungewollt, illegalisiert, unvollendet und unerfüllt bleiben.

ASI bittet darum, über folgende Fragen nachzudenken und diese bei den Beiträgen zu berücksichtigen:

  • Wir erleben im Moment, dass immer mehr Menschen Asyl und Zuflucht suchen. Wie können wir diese Zeit in Zukunft erinnern? Kann ihr mit einem konventionellen Denkmal gedacht werden oder brauchen wir ein Gegen-Denkmal?
  • Wie kann das Denkmal sich verändern, wenn unsere Erinnerung sich verändert? Was für eine Art Denkmal braucht es, damit es mit heutigen und zukünftigen Belangen von Asylsuchenden und Geflüchteten verknüpft bleibt?
  • Welche Materialien können genutzt werden, um an Asylsuchende und ihr fortwährendes Leben im Übergang zu erinnern?

Vorschläge für ein Denkmal für Gefelüchtete in Berlin können bis 13. November 2015 in. Die Vorschläge können aus einem kurzen Text, einer Zeichnung oder einer Fotografie bestehen (begrenzt auf A4-Format). Jede*r Teilnehmer*in kann mehrere Ideen einreichen.

Die Vorschläge werden während des 2. Berliner Herbstsalons des Maxim-Gorki-Theaters am 13. November 2015 in den Ausstellungsräumen im Palais am Festungsgraben zu sehen sein. Jede*r hat hier die Möglichkeit, die eingereichten Vorschläge auf bereitgestellten Overheadprojektoren zu betrachten. Für die Dauer der Ausstellung ist die Öffentlichkeit dazu eingeladen, weiterhin zum wachsenden Archiv von nicht umgesetzten Vorschlägen für ein Denkmal für Geflüchtete beizutragen. Hierzu werden die zur Verfügung gestellten Ausstellungsräume und deren Ausstattung genutzt.

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.

Enthalten in

Region: Berlin | Sparte: Architektur/Baukultur, Bildende Kunst, Denkmalpflege | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Ausschreibungen |