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Nominiert für den BKM Preis Kulturelle Bildung: zuhause.anderswo

26.10.2013

„zuhause.anderswo“ heißt das Kultur-Projekt, das das Institut français Bremen, das „Quartier“, die bremer shakespeare company und „steptext dance project“ in Kooperation mit der Cité nationale de l’histoire de l’immigration (Museum für Migration, Paris) gestartet haben und das jetzt auf der Nominierungsliste zum BKM-Preis Kulturelle Bildung stand. Zum Start wurde die „ZON-Mai“ aus dem Pariser Museum nach Bremen eingeladen. „ZON-Mai“ ist zunächst ein in Frankreich übliches Wortspiel: im „Verlan“, einer Art jugendlicher Geheimsprache, werden die Silben eines Wortes vertauscht. Hier nun wurde das simple Wort für „Haus“, nämlich „maison“ verdreht. Das Wortspiel spiegelt sich in der monumentalen multimedialen Installation „ZON-MAI“ wieder, die die Form eines Hauses hat, welches von innen nach außen gekehrt ist. Das „Verlan“ findet sich also im Kunstwerk an sich wieder. Auf die Wände und das Dach des Hauses werden Filme von Tänzen verschiedener Herkunft projiziert. Zwischen Architektur, bildender Kunst und Tanz angesiedelt, will sich dieses Werk mit Fragen des Andersseins, der Identität, des Territoriums und der Grenze auseinandersetzen.

Die Ausstellung dieser Installation also bildete den Ausgangspunkt für eine interdisziplinäre, interkulturelle und internationale Veranstaltungsreihe und für künstlerische Produktionen. 80 Künstlerinnen und Künstler aus vier Kontinenten waren aufgefordert, sich mit dem Begriff des „Zuhause“ auseinanderzusetzen. „Quartier“ entwickelte dazu unter der Leitung von Marcel Pouplier drei Projekte in Stadtrandgebieten, in denen viele verschiedene Kulturen zu Hause sind, aber wenig kulturelles Selbstbewusstsein zu finden ist. Dies zu stärken, war eines der Ziele der Projekte.

500 Kinder und Jugendliche beschäftigten sich dann mittels darstellender Kunst, Video, Percussion und Tanz mit ihrem eigenen Zuhause. Beim Projekt „Wir lügen wie gedruckt“ zum Beispiel wurde Lügen zum künstlerischen Mittel: Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfanden über 300 wundersame Geschichten von Forschungslaboren im Wohnzimmer, grünen Schwestern, verliebten Ziegen oder laufenden Taschentüchern. „Meine Welt zuhause“ hieß ein anderes Projekt. Hier entwickelten Grundschüler ihre Visionen einer Stadt mit Straßennamen, Plätzen, Briefkästen – ausgestaltet mit Keramikfiguren, Schattentheater, Trickfilmen und Collagen. In „Miniaturen“ setzten Schülerinnen und Schüler der Oberschule ihre Assoziationen zum Zuhausesein in Bewegungs-Bilder um: durch Tanz, Percussion, Graffiti und Videoclips.

Die Filmemacherin Nathalie David  hat das Projekt von April bis September 2012 begleitet. Entstanden ist ein Dokumentarfilm der die Einzigartigkeit dieses Projektes in die Welt tragen soll.

Enthalten in

Region: Bundesweit, Bremen | Sparte: Architektur/Baukultur, Bildende Kunst, Film, Fotografie, Medien, Museum, Tanz, Theater | Thema: Altersübergreifend, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung | Textsorte: Ausschreibungen |