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Musikschullehrerprotest gegen neue Honorarverträge in Berlin

17.06.2013
Protest in Berlin. Foto: Martin Hufner

In Berlin werden gut 93 Prozent aller Musikschullehrkräfte mit Honorarverträgen abgespeist. Die von den Bezirken neu aufgelegten Verträge bringen eine weitere Verschlechterung der ohnehin prekären Situation der Honorarlehrer an kommunalen Musikschulen. Ein Großteil der etwa 1.500 Honorarkräfte haben ihre Unterschrift nun verweigert und riskieren damit ihre Kündigung. Die Bezirke suchen bereits nach neuen Lehrkräften.

Mit einer Online-Petition hatte sich die Gewerkschaft ver.di gegen die neuen Verträge zur Wehr gesetzt. „Die Eltern und Schülerinnen/Schüler wollen ihre Lehrer behalten. Die Lehrkräfte akzeptieren keine weitere Verschlechterung ihrer Einkommen und Arbeitsbedingen. Das Land zerstört über Jahrzehnte gewachsene Teams an den Musikschulen. Der Vorgang ist ungeheuerlich und ohne Beispiel in der Geschichte der Deutschen Musikschulen", sagt Stefan Gretsch, Bundesvorsitzender der ver.di Fachgruppe Musik.

Schuld an der Misere, die einen langen geschichtlichen Vorlauf hat, ist letzten Endes der Senat der Stadt Berlin. Dafür hat er den von der „Fachgruppe Musik bei ver.di“ gestifteten „Musikschul Killer Award“ erhalten. Für das Video-Portal der neuen musikzeitung hat sich Martin Hufner bei einer Protestveranstaltung am 14. Juni vor dem Konzerthaus Berlin mit Stefan Gretsch und Anno Blissenbach (Mitglied der Landes-Lehrervertretung der Berliner Musikschulen e.V.) über Hintergründe und problematische Perspektiven unterhalten. Hier könnten Sie das Gespräch ohne Anmeldeformalitäten und natürlich kostenlos nachhören und -sehen. Das Fazit von Gretsch: „Es könnte sein, dass die Berliner Musikschulen im Herbst ohne Lehrer dastehen...".

Enthalten in

Region: Bundesweit, Berlin | Sparte: Musik | Thema: Altersübergreifend, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Frühkindliche Bildung | Textsorte: Meldung |