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Musikhochschule Trossingen und die Laienmusik: Eine Untersuchung der BDO

04.10.2013
Protestaktion gegen Sparkonzept. Foto: Musikhochschule Trossingen

Seit Wochen schlägt die Diskussion um die Zukunft der Musikhochschulen in Baden-Württemberg hohe Wellen. Nach einem Konzept der Kunstministerin Theresia Bauer soll bei den Hochschulen in Mannheim und Trossingen gespart werden – mit der Folge, dass beide ihren Status als Vollhochschulen verlieren würden. Dies vor dem Hintergrund, dass gerade in den genannten Häusern die pädagogische Ausbildung besonders groß geschrieben wird. Die massiven Proteste aus fast allen Richtungen sind nun Anlass, das Konzept noch einmal grundsätzlich zu überdenken. Unter anderem soll es in einer Anhörung im Landtag ausführlich diskutiert werden.

Nun hat die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) eine qualitative Untersuchung zu den Zusammenhängen zwischen der Musikhochschule Trossingen und dem Laienmusikbereich durchgeführt. Die zentrale Erkenntnis: Die Musikhochschule bindet hervorragend ausgebildete Fachkräfte in der Region, wodurch die Qualität des Laienmusizierens nachhaltig erhöht wird.

„Die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände setzt sich dafür ein, dass die Verbindungen zwischen der Musikhochschule Trossingen und dem Laienmusizieren stärker in der aktuellen Diskussion berücksichtigt werden“ – so Ernst Burgbacher, Präsident der BDO. „Es singen und musizieren ca. 8 Millionen Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit. Dabei entfallen allein auf Baden-Württemberg bereits 18 Prozent, also knapp 1,5 Millionen Menschen.“ Dabei, so stellt BDO Burgbacher weiter fest, sei Baden-Württemberg bundesweit nicht nur für die Masse sondern vor allem auch für die hohe Qualität des Laienmuszierens bekannt. So stellte Baden-Württemberg z.B. in den letzten Jahren die meisten Bundespreisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“, über 20 Prozent aller kommunalen Musikschulen Deutschlands befinden sich in Baden-Württemberg und nahezu 40 Gymnasien bieten ein Musikprofil an. Dass diese Spitzenposition als Musikland Nr. 1 auch in einem Zusammenhang mit der besonderen Struktur von fünf dezentralen Musikhochschulen innerhalb des Bundeslandes gesehen werden müsse, sei naheliegend, heißt es in einer Veröffentlichung der BDO. Insbesondere bei der Musikhochschule Trossingen, der bundesweit einzigen Musikhochschule im ländlichen Raum, sei von einer besonders starken Breitenwirkung in die Laienmusik auszugehen, dies sei allerdings bisher nicht wissenschaftlich untersucht worden.

Weitere Informationen zur Untersuchung der BDO sind hier nachzulesen.          

Enthalten in

Region: Baden-Württemberg | Sparte: Musik | Thema: Altersübergreifend, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Erwachsenenbildung, Frühkindliche Bildung, Seniorenbildung | Textsorte: Meldung |