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Kunstvereine: Tagung „Zwischen Off und Space“

17.07.2013

Die ersten Kunstvereine gelten als Wegbereiter der Moderne.  Zu den ältesten Kunstvereinen zählen der Kunstverein Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft (1792), der Badischer Kunstverein, Karlsruhe (1818) oder der Kunstverein in Hamburg (1822). Ziel der vom aufstrebenden Bürgertum vor allem im Zeitraum zwischen 1800 und 1840 gegründeten Kunstvereine  war die Vermittlung zwischen Laien und der Gegenwartskunst – die Beschäftigung mit Kultur sollte nicht länger dem Adel überlassen bleiben. Angesichts dieser Geschichte gelten Kunstvereine als Vorläufer demokratischer Prozesse. Im Vereinsrecht verankert, verfügen sie über einen von den Mitgliedern gewählten Vorstand. Während sich Museen der Sammlung von Kunst widmen und Galerien mit Kunst handeln, haben sich die Kunstvereine als Non-Profit-Institutionen ausschließlich der Vermittlung von Gegenwartskunst verschrieben.

Das Modell Kunstverein „boomt“ aber auch noch heute: Das lässt sich zumindest aus den zahlreichen Neugründungen seit den 1980er Jahren schließen. Dabei entstehen ganz unterschiedliche Vereinstypen: temporäre Projekträume, Off-Spaces, Kunst im öffentlichen Raum, Galerien usw. – eine heterogene Vielfalt zivilgesellschaftlichen Engagements für zeitgenössische Kunst.

Gleichzeitig stehen Kunstvereine unter einem zunehmenden programmatischen und finanziellen Druck und sehen sich in ihrem Kerngeschäft, der Förderung zeitgenössischer Bildender Kunst, einer wachsenden Konkurrenz ausgesetzt. Die Tätigkeitsbereiche und Zielsetzungen zwischen kommerziellen Galerien, Museen, Kunsthallen, Biennalen und Kunstvereinen überlagern sich teilweise und erschweren eine definitorische und inhaltliche Abgrenzung.

In Rahmen der Tagung „Zwischen Off und Space“ vom 11. - 13. Oktober 2013, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) in Kooperation mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, soll gemeinsam mit Referenten aus dem Bereich der Kunstvereine und anderen Bereichen des Kunstbetriebs eine kritische Standortbestimmung vorgenommen sowie Kernkompetenzen und Potentiale zukunftsfähiger Kunstvereine formuliert werden. In vier Workshops werden die Impulse der Referent_innen aufgegriffen und im Kontext unterschiedlicher thematischer Schwerpunkte miteinander diskutiert.

Das Programm der Tagung richtet sich an Kunstvereinsleiter_innen, Direktor_innen, Kurator_innen, Interessierte sowie Vorstandsmitglieder von Kunstvereinen und greift die Kernfragen dieser Diskussion auf: Wie behauptet sich das traditionelle Modell Kunstverein zwischen modernen Diversifikationen seiner selbst? Wo liegen seine Stärken und was sind seine Schwächen?

 

 

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Bildende Kunst | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Veranstaltungshinweis |