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Kulturpolitische Tagung anlässlich des 40jährigen Jubiläums der KuPoGe

13.06.2016

Im Rahmen des 40jährigen Jubiläums bieten die Kulturpolitische Gesellschaft (KuPoGe) und die Altonaer MOTTE am 2. Tag der Jubiläumsfeierlichkeiten, dem 2. Juli 2016, ein kulturpolitisches Tagungsprogramm. Nach dem einführenden Vortag von Prof. Dr. Oliver Scheytt, Präsident der KuPoGe, Prof. Dr. Birgit Mandel, Vize-Präsidentin der KuPoGe, und Tobias J. Knoblich, Vize-Präsident der KuPoGe zum Thema „40 Jahre sind (nicht) genug? Herausforderungen für die Kulturpolitik und die KuPoGe“ finden vier Workshops statt:

  • Welt retten für 'n Appel und 'n Ei?
     

    Wundermittel Soziokultur? Wenn es danach geht, was Politik und Förderer über die Soziokultur und ihre Rolle bei der Bewältigung der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen sagen, dann scheint es, als ob die Soziokultur die Integrationsaufgaben, vor denen die Gesellschaft steht, locker bewältigt und sie die Kluft, die sich zwischen den Teilen der Gesellschaft weiter verstärkt, mühelos überbrückt. Und die Soziokultur selbst zeigt an beeindruckenden Beispielen, wie sie auf gesellschaftliche Zusammenhänge wirken und Teilhabe verwirklichen kann. Der Soziokultur wird viel zugetraut, aber auch viel zugemutet. Die Grenze zur Selbstausbeutung ist fast überall längst überschritten, die Lage vielerorts dramatisch. Welche Zukunft hat die Soziokultur in diesem Wechselspiel?
      
    Impulsgeber*innen:
    • Sonja Engler, Geschäftsführerin Hamburger Zinnschmelze, Preisträger Hamburger Stadtteilkulturpreis 2016 mit dem Projekt „Welcome Music Session“
    • Tobias J. Knoblich, Kulturdirektor Stadt Erfurt und Vize-Präsident der KuPoGe
    • Johanna Dyckerhoff, Kulturkaviar für alle
    • Hella Schwemer, Direktorin Hamburger Öffentliche Bücherhallen (angefragt)
    • Moderation: Corinne Eichner, Geschäftsführerin Stadtkultur Hamburg
  • Kulturförderung zwischen Wunschkonzert und Kostenbilanz – was ist die Rolle der Wirtschaft? (in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg)
     
    Im Dreieck Staat – Wirtschaft – Zivilgesellschaft verändern sich seit einigen Jahren die Gewichtungen zusehends weg von einem alles leistenden Staat hin zu einer stärker werdenden und zunehmend selbstbewussten Zivilgesellschaft sowie zu einer global aktiven Wirtschaft, die ihrerseits wachsenden Erwartungen an ein nachhaltiges Handeln ausgesetzt ist. Das hat Auswirkungen auch auf die unternehmerische Verantwortung in der Gesellschaft, und damit auch auf die privatwirtschaftliche Kulturförderung. Wie (re)agiert die Wirtschaft in Zeiten wachsender Unsicherheit? Inwiefern sind unternehmerische Ziele und solche des Gemeinwohls in Einklang zu bringen? Was bedeutet das für das Verhältnis zum Staat? Und zur Zivilgesellschaft? Und was heißt das für die Kulturakteure und ihren künstlerischen Freiraum, wenn Förderung nur noch projektgebunden erfolgt, unsicher ist und vor allem der Erfüllung heteronomer Interessen dienen soll? Was zeichnet gute Kooperation aus und was sind Kriterien langfristiger Partnerschaften?
     
    Impulsgeber*innen:
    • Elisabeth Hakel, Mitglied des Nationalrats Österreichs, Kunst- und Kulturpolitische Sprecherin der SPÖ, Bereichssprecherin Creative Industries, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitiker Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik
    • Nina Kuhn, Literaturkontor Hamburg
    • Dr. Hagen Lippe-Weißenfeld, Kaufmännischer Direktor und Vorstand der Kunstsammlung NRW, Mitglied des Vorstands der KuPoGE
    • Kirsten Wagner, Geschäftsführerin der Nordmetall-Stiftung
    • Moderation: Prof. Dr. Gesa Birnkraut, geschäftsführende Gesellschafterin Birnkraut und Partner GbR
  • Generation Y, YouTube und Yoga – Kulturpolitik diesseits von jung und digital
     

    Wie können neue Zielgruppen, Formate und Themen in die Kulturpolitik inkorporiert werden, um die Kulturpolitik des 21. Jahrhunderts zu gestalten? Große Teile des Kunst- und Kulturbetriebs haben längst auf aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft reagiert: Sie öffnen sich der Generation Y, sie beziehen die digitalen Medien mit ein und sie greifen soziokulturelle Trends von Yoga bis Vegan auf. Die heutige Kulturpolitik wirkt dagegen manchmal ebenso verkrustet und überaltert wie die, gegen die sich 1976 die damals Neue Kulturpolitik formierte. Dabei hat die KuPoGe in eigenen Reihen das Potential, auf den Grundfesten ihrer hochqualitativen Tradition eine attraktive und gut vernetzte Plattform für kulturpolitisch Engagierte auf die Beine zu stellen: Wie passen ein neuer Hilmar Hoffmann und das Zentrum für Politische Schönheit zusammen, wie lange Fließtexte und user-generated Content in Social Media?
      
    Impulsgeberinnen:
    • Katharina Beck, Strategieberaterin für Nachhaltigkeit
    • Jeanne Charlotte Vogt, Curator / NODE Forum Festival Director
    • Moderation: Martin Wimmer, Leiter des Amts des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt a.M.
  • Kulturelle Bildung – Teil der Aufgabe oder Einschränkung künstlerischer Spielräume? (in Kooperation mit der Stiftung Mercator)
     
    Öffentlich geförderte Kultureinrichtungen haben den Auftrag, für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen da zu sein. Daraus ergibt sich die Aufgabe, eine möglichst breite kulturelle Teilhabe zu erreichen. Zur Zielgruppe gehören folglich auch Kinder und Jugendliche, und zwar nicht nur als Publikum von morgen, sondern auch schon von heute. Damit rückt das Thema Kulturelle Bildung und die Kooperation mit Schule in den Fokus der Aufmerksamkeit. Einige Kultureinrichtungen haben dies seit Jahren schon für sich als Aufgabe erkannt und in ihr Selbstverständnis aufgenommen. Andere scheinen diese Aufgabe entweder eher widerwillig anzunehmen und bestenfalls als Instrument zum „Audience Development“ zu verstehen. Oder sie lehnen die Aufgabe als von außen auferlegte Verpflichtung schlicht ab, da sie der künstlerischen Autonomie und „eigentlichen“ Bestimmung der Institution zuwider läuft. Zu fragen ist daher, in welchem Verhältnis Anspruch und Wirklichkeit der kulturellen Bildung in Kultureinrichtungen stehen. Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden, wenn Kultureinrichtungen Kulturelle Bildung betreiben und mit Schulen kooperieren? Und welche Interessen und welche Ressourcen stehen zur Disposition, wenn es darum geht, eine breitere kulturelle Teilhabe durch Kulturelle Bildung zu erreichen?
     
    Impulsgeber*innen:
    • Prof. Dr. Birgit Mandel, Universität Hildesheim, Vize-Präsidentin der KuPoGe
    • Barbara Meyer, Geschäftsführerin Internationales JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische27, Berlin
    • Ivana Scharf, Geschäftsleiterin | Bereichsleiterin Kultur und Bildung, forum k&b gmbh
    • Dr. Norbert Sievers, Hauptgeschäftsführer der KuPoGe
    • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats
    • Moderation: Dr. Margrit Lichtschlag, geschäftsführendes Vorstandsmitglied RAT FÜR KULTURELLE BILDUNG e.V., Essen (angefragt)

Im Anschluss an die Workshops können Akteur*innen der lokalen Szene und kulturpolitisch Interessierte Hamburgs in einem Open Space #MachtKulturPolitik über diese und weitere Themen diskutieren. Das Konferenzformat des Open Space eröffnet den Raum, wichtige aktuelle Themen in die KuPoGe hineinzutragen, Ansprüche zu formulieren und das lokale wie bundesweite Netzwerk zu nutzen. Das Format setzt auf Mitmachen – und die Verantwortung der Teilnehmer*innen als Expert*innen in eigener Sache. Das Erfahrungs- und Wissenspotential aller Teilnehmer*innen wird ernst genommen und in den weiteren Transformationsprozess eingebracht. So entstehen neue Impulse für die Arbeit der KuPoGe, um Kulturpolitik über 2016 hinaus weiterzudenken.

Informationen im Überblick

  • Termin: 2. Juli 2016
  • Ort: MOTTE, Eulenstraße 43, 22765 Hamburg
  • Anmeldung per Online-Formular

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Enthalten in

Region: Hamburg | Sparte: Interdisziplinär, Soziokultur | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Veranstaltungshinweis |