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Interview mit Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrates

08.12.2016

Bei unserem 9. Dialogforum zur Diversitätsentwicklung im Kulturbereich am 14.12.2016 wird auch der Präsident des Deutschen Kulturrates, Prof. Christian Höppner als Podiumsgast anwesend sein. Lesen Sie hier ein Kurzinterview:

„Kultur-bildet.“: Herr Prof. Höppner, seit 2013 sind Sie als Präsident des Deutschen Kulturrates höchster Repräsentant des Spitzenverbands der Bundeskulturverbände. Sie sind studierter Cellist und Dirigent. Seit 1986 unterrichten Sie Violoncello an der UdK Berlin und haben selbst eine Musikschule in Berlin geleitet. Wie beeinflusst diese tiefe Verwurzelung in der Musikpraxis und -vermittlung Ihre Tätigkeit?

Christian Höppner: Täglich und immer wieder neu. Die Wechselwirkung zwischen künstlerischer, pädagogischer und musikpolitischer Arbeit trägt wesentlich dazu bei, meine Neugierde auf Unbekanntes wachzuhalten und zu befördern. Die Neugierde, die jedes Neugeborene als natürliche Gabe mitbringt, zu erhalten und zu befördern, halte ich für einen wesentlichen Treiber gesellschaftlichen Zusammenlebens. Leider wird diese Neugierde von unserem Bildungssystem zu oft vernachlässigt bzw. systematisch ausgetrieben.

„Kultur-bildet.“: Wie stellt sich Ihnen die aktuelle Diversitätsentwicklung im Kulturbereich dar? Wie erleben Sie sie als ausübender Künstler?

Christian Höppner: Die transkulturelle Begegnung ist der Kultur inhärent. Ich erlebe Diversität in künstlerischen Prozessen als die ganz selbstverständliche Suche nach dem Gemeinsamen und dem Trennenden.

„Kultur-bildet.“: Als langjähriger Vorstand des Landesmusikrats Berlin haben Sie sich dafür eingesetzt, dass die türkische Langhalslaute Bağlama seit einigen Jahren als Instrument beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert anerkannt wird. Ohne der Diskussion beim 9. Dialogforum am 14.12.2016 zu sehr vorzugreifen, würde wir dennoch gern wissen, welche Argumente zum Erfolg geführt haben.  

Christian Höppner: Die drei Säulen der UNESCO-Konvention „Kulturelle Vielfalt“ sind die Grundlage in meiner 16-jährigen Amtszeit als Präsident des Landesmusikrates Berlin gewesen. „Jugend musiziert“ definiert nicht, welche Musik und welche Jugend angesprochen werden soll, sondern muss das Blickfeld auf den gesamten Musikbereich und auf alle Jugendlichen haben. Die Bağlama als die zentrale Instrumentenfamilie in der türkischen Kunst- und Volksmusik und steht beispielhaft für die Verpflichtung Begegnungsorte mit diesem kulturellen Zugewinn zu schaffen.

„Kultur-bildet.“: Vielen Dank!

Das Interview führte "Kultur bildet."-Redakteurin Ulrike Plüschke.

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Weitere Informationen zum 9. Dialogforum finden Sie hier.

Noch bis zum 13.12.2016 können Sie sich per E-Mail an kultur-bildet@kulturrat.de anmelden. Es gibt noch freie Plätze.

 

Kategorie: 
Dialogforum
Enthalten in

Textsorte: Interview |