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Film vor Ort: Kulturelle Bildung in der Schule

28.11.2013
Abb: fact-film

Basierend auf der MUKUS-Studie des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Bremen haben Thomas Greh (Regie, Buch) und Andreas Lehmann-Wermser (Buch) einen Film zur kulturellen Bildung in der Schule mit dem Titel „Hammer, Geige, Bühne“ produziert. Die Studie (2007-2010) beschäftigte sich – wie der Film – mit musikalischer und kultureller Bildung in der Schule Die Ausgangsfrage des Films: Kommt die ästhetische Bildung im Ganztag unter die Räder? Das ist, so erklärt es Lehmann-Wermser, Hochschullehrer an der Uni Bremen und Leiter der Studie, nicht eindeutig zu beantworten. Er sieht aber viele Vorteile der Ganztagsschule, die eine intensive Beschäftigung von Schülern mit kulturellen Inhalten aller Art möglich machen kann – wenn es denn engagierte Schulleitungen und die entsprechenden Lehrkräfte gibt.

Lehmann-Wermser macht sich im Film auf den Weg und besucht vier verschiedene Schulen, die kulturelle Bildungskonzepte ziemlich perfekt umsetzen: eine Integrierte Ganztagsschule in Braunschweig, eine Grundschule im so genannten sozialen Brennpunkt in Bremen, ein Gymnasium in der „kulturellen Brache“ Salzgitter und noch einmal eine Integrierte Gesamtschule in Oldenburg. An diesen Schulen bekommen die Kinder – in der Regel auch im Vormittagsunterricht – Gelegenheit, Musik zu machen, ein Instrument zu erlernen, Theater zu spielen, Bildhauerei zu betreiben oder sich sportlich-rhythmisch zu bewegen. Die Beispiele sind anschaulich gewählt, es sind „Vorzeigeschulen“ im Sinne einer vorbildlichen kulturellen Infrastruktur. Lehman-Wermser aber verschließt die Augen nicht vor den Problemen, die Schulen in der Regel bei der Umsetzung solcher Konzepte haben: Lehrermangel in den ästhetischen Fächern oder leere kommunale Kassen, die zur Folge haben, dass zum Beispiel „nur“ kostengünstige Studierende oder freiberufliche Honorarlehrkräfte als Instrumentallehrer engagiert werden.

Aber der Film betont auch die großartigen Wirkungen, die diese kulturellen Inhalte auf die Kinder haben. Ein jugendlicher Band-Musiker in Braunschweig stellt ganz unvoreingenommen fest: „Das Tolle an der Musik ist, dass man plötzlich jemanden mag, den man vorher nicht mochte. Man nimmt ihn, wie er ist…, akzeptiert ihn.“ Ausdruck der viel beschworenen sozialen Kompetenz, die der kulturellen Bildung wirkungstechnisch nachgesagt wird. Hier kommt sie zur echten Blüte…

Der Film, so erklärt Lehmann-Wermser im Interview auf der Plattform ganztagsschulen.org, wende sich hauptsächlich an Lehrerinnen und Lehrer. „Die Beispiele sollen Lust machen, an der eigenen Schule etwas zu entwickeln.“ Er solle auch Lösungen für Probleme, die auftreten können, aufzeigen. Dafür steigt der Film allein sicher nicht ausreichend tief in die Materie ein. Allerdings enthält die DVD Zusatzmaterial: Interviews mit beteiligten Lehrkräften sowie ein Expertengespräch zwischen Andreas Lehmann-Wermser und Susanne Naacke sowie Sonja Nonte, die beide an der Entstehung der Studie beteiligt waren und hier ausführlich über die Studie, deren Wirkung und Ergebnisse berichten.

Produziert wurde „Hammer, Geige, Bühne“ von „fact + film“. Er ist über das Filmsortiment zu beziehen.

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Bildende Kunst, Film, Interdisziplinär, Medien, Museum, Musik, Tanz, Theater | Thema: Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Schulische Bildung | Textsorte: Neuerscheinung |