Kultur bildet.

Das Portal für kulturelle Bildung.

Eröffnung des Musikschulkongresses in Bamberg

27.04.2013
Ulrich Rademacher. Foto: VdM/Schäfer

„Faszination Musikschule“ lautet der Titel des Bundeskongresses des Verbands deutscher Musikschulen (VdM), der derzeit in Bamberg stattfindet. In der Eröffnungsveranstaltung erklärte der soeben neu bestellte Bundesvorsitzende Ulrich Rademacher, der Verband wolle „es sich einmal leisten, über seine zentralen Kraftquellen nachzudenken“. Neben allem Arbeitn an Themen wie Führung, Politmarketing, Veränderungsmanagement, Haushalt, Recht und Kommunikation, bei denen der Verband in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht habe, wolle man über die Kraftquelle und eben die Faszination nachdenken, die dem Musikmachen ebenso innewohne wie dem Weitergeben dieser Musik. „Faszination Musikschule heißt auch: Wir wollen die Flamme, die in uns brennt, nicht verstecken“, so Rademacher. Und: „Für uns Musiker und Musikpädagogen ist die Freude an der Musik selbst untrennbar verbunden mit der Freude an der Weitergabe und Ermöglichung dieser Faszination.“ Dies sei allerdings, „wie viele der schönsten Dinge im Leben durchaus mit Schweiß verbunden“.

Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bekannte sich in seinem Eröffnungs-Statement zur Bedeutung der öffentlichen Musikschulen. „Deutschland wäre ein freudloses, ja ein armes Land, hätten wir keine Musikschulen, so der Staatssekretär. Eine Förderung wie die des Bundesjugendministeriums müsse sich auf allen Ebenen fortsetzen. „Die Förderung der Musikschulen darf nicht in Frage gestellt werden.“ Am Beispiel der Bundeshauptstadt machte Stroppe klar, dass die Umwandlung von Festverträgen in Honorarverträge nicht Raum greifen dürfe. „Und wenn ein solcher Versuch unternommen wird, darf er auf keinen Fall Schule machen.“ Schließlich dankte Stroppe dem soeben verabschiedeten VdM-Bundesvorsitzenden Winfried Richter für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Richter war tags zuvor von der Bundesversammlung des VdM einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden.

Den Eröffnungsvortrag zum Kongress hielt Christian Ude, Münchens Oberbürgermeister und bis vor kurzem Präsident des Deutschen Städtetags. Nach einem launigen Einstieg ins Thema Musikpädagogik aufgrund eigener Jugenderfahrungen (er zitierte aus seinem Beitrag zum Buch von Elke Heidenreich: „46 Liebeserklärungen an die Musik“ mit dem bezeichnenden Titel „Bekenntnisse eines Unmusikalischen“) erklärte Ude, die Musikschule sei ein wichtiger Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Der Auftrag der Daseinsvorsorge bedeute gerade nicht, dass sie eine beliebige freiwillige Leistung sei, die man von der „Kassenlage“ abhängig machen dürfe. Die Idee, Musikschularbeit zum Opfer von Haushaltskonsolidierungen zu machen, hält der Oberbürgermeister für „skandalös“. Auch in der kommunalen Bildungslandschaft spielten die Musikschulen eine wichtige Rolle, so Ude. Gerade in einer Gesellschaft, die mehr und mehr vom ökonomischen Prinzip durchdrungen sei, gehörten musische Fähigkeiten ebenso zu einem komplett gebildeten Menschen wie beispielsweise naturwissenschaftliche oder technische Kenntnisse. Hinsichtlich der veränderten Bildungslandschaft sprach Ude von der „Turbo-Ausbildung“, die immer mehr um sich greife. Er forderte ein gesellschaftliches Bündnis, um „Freiräume für die junge Generation wieder frei zu kämpfen“. Musik und Sport dürften in dieser Form der Ausbildung nicht auf der Strecke bleiben.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsveranstaltung vom Bayerischen Landesjugendjazzorchester: Ein guter Start in 2 ½ Kongresstage mit etwa 60 Workshops, Seminaren, Vorträgen und Diskussionen zum Thema Musikpädagogik.

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Musik | Thema: Altersübergreifend, Aus- und Weiterbildung, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung | Textsorte: Bericht |