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Eine Buchwoche zu Diversität in Kinder- und Jugendliteratur in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin

18.10.2013

Was sollen Kinder lesen? Was wollen Kinder lesen?  Das ist die Fragestellung der ersten Buch woche „VielSeitig. Eine Buchwoche zu Diversität in Kinder- und Jugendliteratur“ in der Akademie des Jüdischen Museums Berlin.

Vom 21. bis zum 27. Oktober 2013 werden in Lesungen, Workshops und einer prominent besetzten Podiumsdiskussion  aktuelle Kinder- und Jugendbücher zum Thema Diversität vorgestellt und mit Kindern, Eltern, Autoren, Illustratoren, Übersetzern und Verlegern diskutiert.
„Wir haben uns in ein umfangreiches Leseprojekt zum Thema Diversität gestürzt. Wir wollten Literatur finden, die gut, authentisch, vorurteilsfrei, unterhaltsam und originell die Vielfalt aller in Deutschland lebenden Menschen behandelt“, sagt Diana Dressel, Leiterin Bildungsprojekte im Jüdischen Museum Berlin.

Blick auf Vielfalt
Die Literaturauswahl für die Buchwoche wurde nicht auf die Darstellung jüdischen Lebens in Deutschland beschränkt. Vielmehr nimmt das Jüdische Museum Berlin die historischen Erfahrungen der Juden zum Anlass, den Blick auch auf andere gesellschaftliche Gruppen zu richten.

Kriterien für die Auswahl der 30 besten Bücher
Gesucht waren Bücher, die neue Perspektiven aufzeigen und das vermeintlich Fremde nicht explizit erklären, sondern nebenbei als Selbstverständlichkeit thematisieren. Gefunden wurden viele Bücher, die unterhaltsam und originell die Vielfalt der in Deutschland lebenden Menschen zeigen: Sie erzählen von Patchwork- und Regenbogenfamilien, von Asylbewerbern in Deutschland, von tierischen und menschlichen Sprachverwirrungen, von Straßenkindern, von religiöser Vielfalt im Alltag, von Fußball und Freundschaft. Damit handeln diese Bücher auch von Menschen, die mit ihren Erfahrungen bisher selten im Mittelpunkt einer Geschichte standen – wie osteuropäische Arbeitsmigrantinnen oder vermeintlich unsichtbare »Illegale«.

Workshops und Lesungen mit Autoren und Illustratoren
Die Workshops und Lesungen richten sich an Kinder und Schüler aller Altersstufen. Eingeladen sind Autorinnen und Autoren, darunter Aygen-Sibel Çelik („Seidenhaar“, „Alle gegen Esra“), Mirjam Pressler („Nathan und seine Kinder“), Nasrin Siege („Wenn der Löwe brüllt“) und Michael Stavarič („Gaggalagu“). Auch die Übersetzerin Gesine Strempel („Opa und der Hundeschlamassel“) sowie die Illustratorinnen Barbara Nascimbeni („Wenn der Löwe brüllt“) und Barbara Steinitz („Rosie und der Urgroßvater“) stellen Schülern in Lesungen und Illustrationsworkshops ihre Arbeiten vor.

„Was sollen Kinder lesen? Was wollen Kinder lesen?“
Am Mittwoch, dem 23. Oktober, findet um 19 Uhr die prominent besetzte Podiumsdiskussion statt. Die Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler, die Erziehungswissenschaftlerin Maisha-Maureen Eggers (Lehrstuhl für Kindheit und Differenz, Universität Magdeburg-Stendal) und der Kinder- und Jugendliteraturforscher Felix Giesa (ALEKI – Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendmedienforschung, Universität zu Köln) diskutieren über gelungene literarische Darstellung von Vielfalt, was Vielfalt in Kinder- und Jugendliteratur leisten kann und welche Probleme dabei auftauchen können: Wie spiegelt sich Vielfalt in unserer heutigen Gesellschaft in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur wider? Welche Auswirkungen hat dies auf junge Leser? Wovon hängt es ab, ob die Darstellung einer gesellschaftlichen Gruppe in einem Buch gelingt?

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Literatur/ Lesen | Thema: Außerschulische Kinder- und Jugendbildung | Textsorte: Veranstaltungshinweis |