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Dokumentation zum niedersächsischen Förderprogramm für Kunstschulen

27.11.2013
Coverausschnitt „Kunstschule 2020"

In einer soeben erschienenen Dokumentation präsentieren der Landesverband der Kunstschulen in Niedersachsen und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) die bisherigen Erfahrungen aus zwei Jahren mit dem Landesprogramm „Kunstschule 2020 – Neue Strukturen für kulturelle Teilhabe“, dessen Ziel es ist, Kunstschulen in Niedersachsen nachhaltig zu fördern, sie zukunftsfähig zu machen und Bildungspartnerschaften anzuregen.

Die Dokumentation stellt dar, wie Kunstschulen, die an dem Programm teilgenommen haben, die Fördermittel einsetzen, um sich strukturell weiterzuentwickeln und künstlerisch innovativer zu werden. Die zwölf derzeit beteiligten Kunstschulen werden im einzelnen – teils aus der Innen-, teils auch der Zwischen- oder auch aus der Außenperspektive – vorgestellt. „Die überwiegende Verwendung der Mittel für Personalkosten im Programm und die intensive Nutzung der Beratung im Bereich von Professionalisierung und Organisationsentwicklung stehen einer, auch von den Kunstschulen selbst erkannten, deutlichen Qualitätssteigerung der Arbeit gegenüber“, schreibt Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic in ihrem Grußwort zur Dokumentation.

Bevor einzelne Schulen und ihre Umsetzung des Förderprogramms vorgestellt werden, erhält der Leser einige interessante Informationen zur Situation der Kunstschulen. Die Konzeption des Programms basiert auf Beobachtungen des Landesverbandes zur Entwicklung der Kunstschulen in den letzten 5 bis 10 Jahren. Dabei wurden Herausforderungen eruiert, denen sich die Schulen bereits jetzt und in Zukunft zu stellen haben. Die Analyse der Gegebenheiten und Aufgaben ist genau und schreckt vor einer kritischen Selbstbetrachtung nicht zurück. Da geht es zum Beispiel um die aktuelle Bildungsreform und deren Auswirkung auf die Arbeit der Kunstschulen, um Konkurrenzangebote, um das Problem der offenbar üblichen rein ehrenamtlichen Leitung der Schulen, um die prekären Beschäftigungsverhältnisse der Lehrenden oder um die Bedeutung der Digitalisierung für das Lehr-Angebot.

Schließlich wird eine stärkere Unterstützung der Kunstschulen gefordert. Nach PISA sei das Bewusstsein für die Qualität der kulturellen Bildung gewachsen. Daraus seien berechtigte Ansprüche an die Kunstschulen erwachsen. Diese allgemeine Anerkennung gehe aber nicht mit einer Stärkung des strukturellen Unterbaus einher. Kunstschulen, vor allem die ehrenamtlich geleiteten, seien an ihre Grenzen gekommen. „Wenn es Kunstschulen und ein professionelles Angebot an ästhetischer und künstlerischer Bildung für Kinder und Jugendliche jenseits von Schule auch noch in Zukunft geben soll, müssen die Kunstschulen in ihren Veränderungen unterstützt werden, damit sie die Auswirkungen der Entwicklungen nicht nur auffangen, sondern sie möglichst mitgestalten können“, lautet das Fazit.

Im Anschluss wird das Programm vorgestellt, das nicht nur aus finanzieller Förderung, sondern auch aus Beratungsleistungen besteht. Insgesamt gibt die Dokumentation ein informatives Bild über die nicht einfache Situation der Kunstschulen in Niedersachsen, über deren vielfältigen Aktivitäten und über das Programm „Kunstschule 2020“ und dessen Auswirkungen. Sie ist hier im Internet abrufbar.

Enthalten in

Region: Bundesweit, Niedersachsen | Sparte: Bildende Kunst | Thema: Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Frühkindliche Bildung | Textsorte: Neuerscheinung |