Kultur bildet.

Das Portal für kulturelle Bildung.

Dialogforum des Deutschen Kulturrats: „Wird außerschulische kulturelle Bildung überhaupt (noch) benötigt?“

12.04.2013
Prof. Karl Karst (Vorsitzender Initiative Hören, Hörfunkdirektor WDR 3), Christian Höppner (Präsident Deutscher Kulturrat), Matthias Pannes (Geschäftsführer Verband Deutscher Musikschulen), Joachim Reiss (Bundesverband Theater in Schulen, Theaterlehrer, Leiter Schultheater Studio) und Moderator Jürgen König. Foto: Andreas Kolb

„Wozu braucht man außerschulische Bildung überhaupt?“ Diese Frage stellte Deutschlandfunk-Moderator Jürgen König seinen Gesprächspartnern am gestrigen Donnerstag im nmz-TV-Studio auf der Frankfurter Musikmesse. Anlass war das „Dialogforum I des Deutschen Kulturrates“ zum Thema Kulturelle Bildung.

Dies Antworten waren natürlich so unterschiedlich wie die Protagonisten auf der Messebühne: Für Chantal Eschenfelder, der Leiterin Bereich Kulturelle Bildung des Städel Museum in Frankfurt a.Main, lag die Legitimation auf der Hand.: „Es geht um die Begegnung mit dem Original. Und um die Begegnung mit der eigenen Kreativität der Schüler.“ Matthias Pannes, Generalsekretär des Verbands deutscher Musikschulen, dessen annähernd 1.000 öffentlich geförderte Musikschulen sich seit jeher um die außerschulische kulturelle Bildung kümmern, betonte dasgegen das „Handeln im sozialen und im künstlerischen Tun“. Dem TheaterlehrerJoachim Reiss vom Bundesverband Theater in Schulen und Leiter des Frankfurter Schultheater Studio war Anderes vorrangig: Ihm ging es zuallererst um die Fähigkeit zur kulturellen Teilnahme. Karl Karst (Vorsitzender Initiative Hören, Hörfunkdirektor WDR 3) sah Kultur und Bildung als zwei Seiten ein und derselben Medaille und Christian Höppner, frischgekürter Präsident des Deutschen Kulturrates und Generalsekretär des Musikrates e.V., betonte, Kulturelle Bildung sei ein Prozess von der Wiege an die Bahre, er beginne pränatal bei den Eltern und dauere ein Leben lang. Bei aller Unterschiedlichkeit der Standpunkt: Einig war sich die Runde darin, dass außerschulische Kulturelle Bildung – bei allen Chance die sie bietet - die öffentliche Hand nicht aus ihrer Zuständigkeit entlasse. Das Herzstück muss ein Unterricht sein, bei dem Kulturelle Bildung ihren Platz eingeräumt bekommt. Karl Karst betonte, dass die Gesellschaft ohne musische Basisbildung nicht lebensfähig sei. Reiss warnte davor, die Verantwortung für Kulturelle Bildung nicht in die Hand privater Akteure wie Stiftungen u.a. geben. Die Verantwortung habe die Bildungspolitik. Höppner verwies darauf, dass zwar in erster Linie die Länder zuständig seien, aber auch die Bundesförderung heute wichtiger denn sei. Er wies auch auf den „Unsinn der Kooperationsverbots zwischen Bundes- und Länderförderung hin“.

Im Kooperationsverbot sah Pannes sogar „das Übel an sich“!. Und so einigte man sich gewissermaßen darauf, das Kulturelle Bildung nicht das Allheilmittel für defizitären Unterricht an allgemeinbildenden Schulen sein könne.Was forschendes Lernen im Bereich der ästhetischen Bildung jedoch sein kann, verdeutlichten die beiden Schüler der Schiller-Schule, Anna Zillitsch und Clemens Teufel am konkreten Beispiel wie etwa einer Museumsführung „Schüler führen Schüler“.

Medienpartner sind Deutschlandradio, WDR 3 und nmz media

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Interdisziplinär | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Bericht |