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Deutsches Musiktreffen 60plus: Musizieren im Alter weckt Lebensenergie und Willenskraft

08.12.2015
Rosengarten mit Regentenbau in Bad Kissingen

Die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) veranstaltet vom 16. bis 18. September 2016 das „Deutsche Musiktreffen 60 plus“. 2013 hieß diese Veranstaltung „Deutsches Orchestertreffen 60+“ und wandte sich an Orchester und Ensembles. Sie war nicht nur ein gelungenes Gemeinschaftserlebnis für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das Treffen wurde auch zu einem grandiosen musikalischen Erfolg und setzte wegweisende Impulse. Auch diesmal wurde Bad Kissingen als Veranstaltungsort gewählt. Allein die Atmosphäre, vor allem aber auch die bestens geeigneten Räumlichkeiten, prädestinieren Bad Kissingen für dieses bundesweite Treffen. Wie schon vor drei Jahren liegen Organisation und Projektleitung in den bewährten Händen von Prof. Dr. Hans-Walter Berg. Wie kaum ein anderer lebt und verkörpert er auch das Motto dieser Veranstaltung: „Länger jung mit Musik“. Im Gespräch mit Thomas Fink nennt der mit der Musik jung gebliebene Musiker, Dirigent und Gründungsdirektor der Trossinger Bundesakademie Details dieser Veranstaltung.

Thomas Fink: 2013 kamen ausschließlich Ensembles und Einzelmusiker zum Treffen nach Bad Kissingen mit insgesamt rund 1100 Musikerinnen und Musikern. Diesmal sind auch Chöre willkommen. Warum?

Prof. Dr. Hans-Walter Berg: Der Urgrund des Instrumentalspiels liegt im Singen. „Musikalisch“ zu spielen bedeutet, mit singender Vorstellungskraft sein Instrument zu handhaben. Umgekehrt ist die Singstimme bereits ein Instrument, das alle Menschen in ihrem Körper besitzen. Chorsingen und Musizieren in der Gruppe sind zwei Seiten einer Medaille und gehören deshalb zusammen. Für beide Arten gilt: Sie beugen durch regelmäßige, freundschaftliche Kontakte drohender Einsamkeit vor, sie stellen fordernde, geistig anregende Aufgaben, die Freude bereiten, sie wecken Lebensenergie und Willenskraft.

Thomas Fink: Viele Chöre bestehen – naturgemäß – mittlerweile ohnehin aus Seniorinnen und Senioren. Befürchten Sie da nicht einen Massenansturm auf Bad Kissingen?

Prof. Dr. Hans-Walter Berg: Mit einem Massenansturm von Chören rechne ich deswegen nicht, weil wir in der BDO erst 150 Chöre ermittelt haben, die sich auch als „Seniorenchöre“ bezeichnen. Und nur diese Chöre haben wir bisher mit einem Einladungs-Flyer angeschrieben. Richtig ist aber, dass Tausende von Chören einen Altersdurchschnitt 60 plus aufweisen, sie tragen aber den Namen Liederkranz, Concordia, Eintracht oder Cäcilienchor vor der Ortsbezeichnung. Ob sich diese Chöre durch unsere Einladung angesprochen fühlen, bleibt offen.

Thomas Fink: Muss man unbedingt einem Chor oder einem Orchester angehören, oder kann man auch solo nach Bad Kissingen kommen?

Prof. Dr. Hans-Walter Berg: Die Einladung nach Bad Kissingen ergeht in erster Linie an feste Orchester und Chöre. Aber auch Sänger- und Instrumentalgruppen sowie einzelne Seniorenmusiker sind herzlich willkommen. Sie können sich in offenen Orchestern und Chören an verschiedenen Stellen aktiv einbringen.

Thomas Fink: Wer kann sich anmelden, ist eine gewisse Leistungsstufe erforderlich?

Prof. Dr. Hans-Walter Berg: Die Antwort ist einfach: jeder Instrumentalist, der nach einfach gesetzten Noten spielen kann, und jeder Sänger, dessen Stimme – auch mit Einschränkungen – trägt, darf mitmachen.

Das vollständige Interview zum Deutschen Musiktreffen 60 plus finden Sie hier.

Prof. Dr. Hans-Walter Berg, Projektleiter des „Deutschen Musiktreffens 60 plus“
Enthalten in

Region: Bayern | Sparte: Musik | Thema: Seniorenbildung | Textsorte: Veranstaltungshinweis |