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BKJ formuliert ihre Erwartungen an die Politik zur Bundestagswahl

11.07.2013
BKJ Geschäftsstelle in Remscheid. Foto: BKJ

Anlässlich der Bundestagswahl 2013 hat die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) zusammen mit ihren Mitgliedern ihre Erwartungen an die politischen Parteien, die zukünftigen Bundestagsfraktionen und die Bundesregierung zur Förderung Kultureller Bildung in den Ressorts Jugend-, Kultur- und Bildungspolitik formuliert.

Getreu ihrer Auffassung, dass die Förderung der Kulturellen Bildung eine unverzichtbare öffentliche Aufgabe ist, erwartet die BKJ, dass die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Kunst, Kultur und Bildung durch bundesweite Strukturen gestärkt wird. Auf der Ebene der Öffentlichen Träger fordert sie, das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in ein Kooperationsgebot umzuwandeln, um mehr öffentliche Verantwortung für Kulturelle Bildung zu ermöglichen. Auch das Engagement nicht-staatlicher Akteure muss nach den Forderungen der BKJ gewürdigt und durch weniger bürokratische Hürden und mehr finanzielle Zuwendungen unterstützt werden.

Im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik gelte es, zentrale und bundesweite Infrastrukturen kultureller Kinder- und Jugendarbeit auf Dauer abzusichern und z. B. ganztägige Bildungsangebote in den Schulen zu intensivieren. Einen besonderen Handlungsschwerpunkt in der Bildungspolitik sieht die BKJ in der Weiterentwicklung der frühen Kulturellen Bildung in den Kitas, die mit dem Ausbau der Kindertagesbetreuung einhergehen sollte. Hier könnte die Bundeskulturpolitik in ihrer Anregungsfunktion die „Kunst für Kleine“ durch Preise und Modellvorhaben noch intensiver unterstützen. Neben der Förderung der Kulturellen Bildung innerhalb von Kitas und Schulen sollten besonders Kooperationsnetzwerke zwischen Schulen und kulturellen sowie sozialen Trägern gestärkt werden, etwa durch die Fortführung des Kooperationspreises MIXED UP und die Förderung der bundeszentralen Fachstelle „Kultur macht Schule“ bzw. des bundesweiten Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des BMBF. Darüber hinaus erwartet die BKJ, dass die aufgeschobene Reform des Urheberrechts nun umgesetzt wird, damit die nicht-kommerzielle kreative Entfaltung, die heute vor allem im Internet stattfinde, nicht weiter kriminalisiert und mit unverhältnismäßiger Härte bestraft werde.

Im Bereich des freiwilligen kulturellen Engagements stellt die BKJ konkrete Forderungen: so sollen z. B. die vom Bund geförderten Platzkontingente für das FSJ und den BFD Kultur und Bildung deutlich ausgebaut werden und der Bund die Unterstützerfunktion der Freiwilligendienste weiterhin beibehalten.

Auf internationaler Ebene wird ein engagierter Einsatz der Bundesjugendpolitik erwartet, damit die Förderprogramme der EU in den Bereichen Jugend und Bildung auch für die Akteure hierzulande nutzbar gemacht werden können. Hier fordert die BKJ eine stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft. Deshalb sollte das Wissen um die Möglichkeiten des internationalen Jugendkultur- und Fachkräfteaustauschs auch in den Ausbildungsgängen der Kulturpädagogik und den Kulturwissenschaften verankert werden.

Den kompletten Forderungskatalog der BKJ und ihrer 55 Mitgliedsverbände finden Sie hier. Außerdem hat der Dachverband angekündigt, im Internet ein Online-Dossier „Bundestagswahl 2013 – Politik für Kulturelle Bildung“ zu initiieren. Dazu sind Bundespolitiker eingeladen, zu den bundespolitischen Erwartungen der Fachorganisationen Kultureller Bildung Stellung zu nehmen und ihre eigenen Schwerpunktsetzungen für eine zukünftige Jugend-, Kultur und Bildungspolitik vorzustellen. Außerdem sollen dort Erwartungen und Wahlprüfsteine der Mitglieds- und Partnerorganisationen der BKJ präsentiert werden.

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Interdisziplinär | Thema: Altersübergreifend, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Frühkindliche Bildung, Schulische Bildung | Textsorte: Bericht |