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Bericht zur Regionalkonferenz "Kulturelle Bildung und Rechtspopulismus ?!" am 12. Juni in Remscheid

13.06.2017

Die Regionalkonferenz des Qualitätsverbundes „Kultur macht stark“ ging am 12. Juni in der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW der Frage nach, wie Kulturelle Bildung mit rechten Jugendszenen aussehen könnte, die rechtsextremes Verhalten weder unterstützt noch unbeachtet lässt.

Populistische Strömungen und rechtsextremistische Ausschreitungen haben in Europa neue Dimensionen erreicht. Jugendliche sind dabei zu einer der wichtigsten Zielgruppen des Rechtsextremismus geworden. Die Regionalkonferenz des Qualitätsverbunds „Kultur macht stark“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, lotete Perspektiven, Widersprüche und Ansätze von Kultureller Bildung innerhalb rechter Jugendszenen aus.

In einer Keynote gab Stefan Woßmann vom Respekt Büro Dortmund Einblicke in Musik, Mode und Codes rechter Jugendkultur, während Prof. Anja Beisand (Technische Universität Dresden) Erfahrungen aus der politischen Bildung für die kulturelle Bildungsarbeit aufzeigte.

Vier Workshops boten den Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern die Gelegenheit, Impulse aus der Praxis aufzunehmen. Vertreterinnen und Vertreter aus Initiativen und Projekten stellten darin Ansätze vor, wie lebensweltorientierte Kulturelle Bildung mit rechten Jugendlichen aussehen kann. Darunter Konzepte aus der Theaterarbeit und Kunstvermittlung.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion, die der WDR3 für das Kulturpolitische Forum aufzeichnete, diskutierten Expertinnen und Experten aus der Kulturellen Bildung, Politik und Verbänden. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie man rechtsorientierten Jugendlichen Teilhabe an Kultureller Bildung ermöglicht, um sie aus rechtsextremen Strukturen zu lösen. „Rechtsorientierte Jugendliche als Zielgruppe Kultureller Bildungsarbeit einzubeziehen, ist ein Schritt, um allen Bevölkerungsgruppen gesellschaftliche Integration zu ermöglichen und Veränderungsimpulse anzustoßen. Wir müssen aber in der grundlegenden Konzeption die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, um eine solch integrative Kulturelle Bildung zu ermöglichen“, so Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrates.

Auch die Direktorin der Akademie, Prof. Dr. Susanne Keuchel betonte: „Wenn wir den Anspruch ‚Kulturelle Bildung für alle‘ verfolgen, müssen wir alle Bevölkerungsgruppen mitdenken. Auch diejenigen, die in ihrem Werteverständnis deutlich vom eignen Denken abweichen.“

Über den Qualitätsverbund „Kultur macht stark“

Der Qualitätsverbund „Kultur macht stark“ ist ein Verbundprojekt der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Er leistet die fachpädagogische Begleitung des bundesweiten Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Mit diesem Programm fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) außerschulische Angebote der Kulturellen Bildung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Der Qualitätsverbund gestaltet Workshops und Konferenzen zu fachlichen Themen und Fragestellungen und richtet sich an Fachkräfte und Multiplikatoren*innen der Kulturellen  Bildung und der Jugendarbeit. 

Weitere Informationen

www.qualitaetsverbund-kultur-macht-stark.de

Programmflyer der Regionalkonferenz

Kategorie: 
Allgemeine News
Enthalten in

Region: Bundesweit, Nordrhein-Westfalen | Sparte: Interdisziplinär, Soziokultur | Thema: Altersübergreifend, Aus- und Weiterbildung | Textsorte: Bericht |