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„Bamberger Erklärung“ der Bundesversammlung des Musikschulverbands

29.04.2013
Das Bayerische Landesjugendjazzorchester bei der Eröffnung des Musikschulkongresses. Foto: VdM/Schäfer

Im Vorfeld des Musikschulkongresses in Bamberg verabschiedete die Bundesversammlung des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) eine „Bamberger Erklärung“ mit Fragen an die im Bundestag vertretenen Parteien als Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl.

„Mit großer Aufmerksamkeit und mit Besorgnis verfolgen die Musikschulen eine Tendenz der Vereinnahmung und Besetzung von Entfaltungsräumen von Kindern und Jugendlichen durch die allgemein bildende Schule, die mittelfristig zu einer musikalisch-kulturellen Verarmung und Verödung führen kann, wenn nicht geeignete Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden, welche die dynamische Veränderung in der Bildungslandschaft zu einem Gewinn für Kinder und Jugendliche wie für die Gesellschaft führen.“ Mit diesem Statement startet die „Bamberger Erklärung“. Unter der Überschrift „Draußen vor der Tür?“ fordert der Verband Zeiten und Räume in der Schule, in denen musiziert werden kann. Ganztagsschule und G8 dürften nicht dazu führen, dass musizierende Schüler außen vor gelassen und so auf die Verliererstraße der Schulreform gebracht würden. Der VdM nimmt alle politischen Ebenen in die Verantwortung: den Bund, die Länder (hier insbesondere die KMK) sowie die Kommunen und fordert konkret die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für die Bildungsangebote der öffentlichen Musikschulen in Kooperation mit der allgemein bildenden Schule und auch mit dem Bereich der Kindertagesstätten.

Auf der Ebene des Bundes, so heißt es in der Erklärung, seien Anstrengungen für die Schaffung von Infrastrukturen erforderlich, „die der Musikalischen Bildung in der Vernetzung von Schule und Musikschule eine systemische Abstimmung der verschiedenen pädagogischen und strukturellen Plattformen beider Bildungseinrichtungen gewährleisten helfen“. Außerdem wird die Aufhebung des Kooperationsverbots gefordert.

Die konkreten Fragen an die Parteien gliedern sich in drei Themenkomplexe. Zum Thema „Draußen vor der Tür – Zeiten und Räume…“ wird unter anderem nach der Sicherung der musikalischen Bildung in der sich verändernden Bildungslandschaft gefragt sowie nach der Bereitschaft, Mittel für die Schaffung von zusätzlichen Räumen in den allgemeinbildenden Schulen für die musikalische Bildungsarbeit bereit zu stellen – „zum Beispiel auf dem Wege der Abschaffung des Kooperationsverbots“. Im zweiten Themenkomplex wird nach Kernaussagen und Grundhaltungen zur Musikalischen Bildung gefragt. Themenkomplex III schließlich beschäftigt sich mit der Sicherung von Rahmenbedingungen für Musikkultur und Musikalische Bildung auch in Bereichen, die über den Kern der Musikschularbeit hinausgehen, etwa das Steuerrecht, die Künstlersozialversicherung oder internationale Handelsabkommen in ihrer Wirkung auf kulturbezogene Dienstleistungen wie zum Beispiel musikalische Bildungsangebote. Die Parteien sind gebeten, die Fragen bis zum 15. Juni zu beantworten. Den kompletten Text der „Bamberger Erklärung“ finden Sie hier.

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Musik | Thema: Altersübergreifend, Aus- und Weiterbildung, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Frühkindliche Bildung, Schulische Bildung | Textsorte: Bericht |