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Am 8. September ist UNESCO-Welttag der Alphabetisierung

05.09.2017

Am 8. September ist der Welttag der Alpabetisierung - nachfolgend finden Sie zu diesem Thema Meldungen und Informationen der Deutschen UNESCO-Kommission, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung:

Aus der Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission vom 5.9.2017

Am Welttag der Alphabetisierung am 8. September erinnert die UNESCO an die Bedeutung von Alphabetisierung und Erwachsenenbildung. Lesen und schreiben zu können, ist Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Dies zu erlernen, ist in vielen Regionen der Welt jedoch noch immer ein Privileg. 750 Millionen Erwachsene weltweit sind Analphabeten, davon 63 Prozent Frauen und fast 14 Prozent junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Darauf macht die UNESCO anlässlich des Welttags der Alphabetisierung am 8. September unter dem Motto „Alphabetisierung in einer digitalen Welt“ aufmerksam.

„Mit der Globalen Nachhaltigkeitsagenda hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, bis zum Jahr 2030 allen Menschen weltweit Lese- und Schreibkompetenzen zu vermitteln. Nur wenn Menschen lesen und schreiben können, sind sie in der Lage, sich selbständig zu informieren, ein Leben fernab der Armut zu führen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, betont Walter Hirche, Minister a. D. und Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission. „Digitale Technologien beeinflussen heutzutage fundamental unser Leben, unsere Arbeit und unsere Art miteinander zu kommunizieren. Deshalb bedeutet Alphabetisierung auch Kompetenzerwerb für die Nutzung digitaler Informationen.
Wir müssen dafür sorgen, dass weltweit aber auch in Deutschland alle von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren und niemand abgehängt wird.“

Anlässlich des Welttages vergibt die UNESCO jährlich Preise an innovative Alphabetisierungsprojekte. Die Preise sind mit insgesamt 100.000 US-Dollar dotiert. In diesem Jahr werden Projekte in Kanada, Kolumbien, Jordanien, Pakistan und Südafrika ausgezeichnet.

Mehr Informationen: Über den UNESCO-Welttag der Alphabetisierung

Aus der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 5.9.2017:

Zwölf Prozent der Berufstätigen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Betroffen sind insbesondere Menschen, die einfachen Hilfstätigkeiten nachgehen und in der Regel geringe berufliche Aufstiegschancen haben. Nach neuesten Berechnungen des Forschungsprojekts "LEO - Level-One-Studie" der Universität Hamburg im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) liegt der Anteil funktionaler Analphabeten und Analphabetinnen unter den Hilfskräften im Durchschnitt bei 27 Prozent; in einzelnen Branchen ist die Quote jedoch doppelt so hoch. Funktionale Analphabeten können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende, auch kürzere Texte wie zum Beispiel eine schriftliche Arbeitsanweisung verstehen.

Die zunehmende Digitalisierung und wachsende Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt stellen Menschen mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen am Arbeitsplatz vor große Herausforderungen. Wer nicht ausreichend lesen und schreiben kann, läuft durch den rasanten Wandel der Arbeitswelt langfristig Gefahr, nicht mehr einsetzbar zu sein. Entsprechende Weiterbildungsangebote können dem entgegenwirken. Angebote zur Alphabetisierung und Grundbildung sind in der betrieblichen Weiterbildung jedoch kaum vorhanden. "Alphabetisierung und Grundbildung sollten ein selbstverständlicher Bestandteil beruflicher Weiterbildung sein. Die Qualifizierung von Menschen mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Qualifizierung trägt langfristig dazu bei, den Arbeitsplatz zahlreicher ungelernter Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu sichern", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka anlässlich des Welttags der Alphabetisierung, der am 8. September stattfindet.

Im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung (2016-2026) fördert das Bundesbildungsministerium innovative Projekte, die Beschäftigte mit Alphabetisierungs- und Grundbildungsbedarf am Arbeitsplatz unterstützen. So werden aktuell Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, in bundesweiten Pilotprojekten zu Pflegehilfskräften ausgebildet. Im Gegensatz zu klassischen Weiterbildungsangeboten gehört es hier zur Qualifizierung wie selbstverständlich dazu, auch Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu erlernen. Denn auch in diesem Berufsfeld spielen schriftliche Arbeitsanweisungen, Protokolle und Tätigkeitsberichte eine zentrale Rolle.
Auch webbasierte Trainings für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus der Logistikbranche, dem Gastgewerbe und der Gebäudereinigung fördert das BMBF im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung. Virtuelle Kolleginnen und Kollegen stellen hier typische Arbeitsaufgaben in einer Geschwindigkeit vor, die sich individuell einstellen lässt. So trainieren Menschen mit Alphabetisierungsbedarf neue Fähigkeiten am Arbeitsplatz und lernen parallel dazu Lesen und Schreiben. Alphabetisierung und Grundbildung am Arbeitsplatz ist für Unternehmen und Beschäftige gleichermaßen ein Gewinn: Die Betriebe erreichen die vorgeschriebene Qualitätssicherung. Die Beschäftigten wenden die neuen Kenntnisse sofort am Arbeitsplatz an. Das sichert nicht nur den Job, die Erfolgserlebnisse tragen auch zur Motivation für weitere Qualifizierungsmaßnahmen innerhalb des Unternehmens bei.

Die Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und gesellschaftspolitischen Partnern. Ziel ist es, im Zeitraum von 2016 bis 2026 den funktionalen Analphabetismus bei Erwachsenen spürbar zu verringern und das Grundbildungsniveau zu erhöhen. Ausgangspunkt für alle Maßnahmen und Initiativen im Rahmen der AlphaDekade ist die gemeinsame Überzeugung, dass Alphabetisierung und Grundbildung Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben, für lebenslanges Lernen sowie für gesellschaftliche und berufliche Teilhabe sind. Alphabetisierung und Grundbildung müssen deshalb in allen Lebensbereichen gefördert werden.

Mehr Informationen:
Aktuelle Infografiken sowie eine Übersicht der geförderten Projekte und Ansprechpartner finden Sie online unter www.alphadekade.de
https://www.bmbf.de/de/nationale-strategie-fuer-alphabetisierung-und-grundbildung-erwachsener-1373.html

Vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung erstellte Landkarte mit Veranstaltungsübersicht der Aktionen zum Weltalphabetisierungstag 2017

Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung hat mit Unterstützung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) eine Veranstaltungsübersicht zu Aktionen rund um den Weltalphabetisierungstag am 8. September 2017 erstellt.

Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung ist die einzige bundesweite Fach-, Service- und Lobbyeinrichtung dieser Art in Deutschland. Er bündelt die Erfahrung und Kompetenz aus 30 Jahren Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit. 500 Personen und Institutionen sind Mitglied in dem als gemeinnützig anerkannten Verband. Die Vereinsarbeit wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie Verkaufserlöse finanziert. Die Ernst Klett Sprachen GmbH sowie zahlreiche weitere Kooperationspartner unterstützen den Verband.

Hier gelangen Sie zur Landkarte und zur Übersicht im PDF-Format.

 

Kategorie: 
Allgemeine News
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Region: International, Bundesweit | Sparte: Interdisziplinär, Literatur/ Lesen | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Meldung |