Kultur bildet.

Das Portal für kulturelle Bildung.

#98: Inklusive Medienprojekte: Hör- und Sehstücke

30.11.2015

„Die Zusammenarbeit und der gegenseitige Respekt zwischen Schülern mit und ohne Handicap hat mich besonders beeindruckt. Gerade bei einer handlungsorientierten Medienarbeit kann jeder Schüler seine Stärken und Talente mit einbringen. Um Inklusion nicht nur zu denken, sondern auch umzusetzen, bieten gerade die Hör- und Sehstücke einen geeigneten Anlass.“ (LKJ Medienreferent Oliver Koll)

Die Idee

Mit inklusiven Medienprojekten, den Hör- und Sehstücken, regt die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg Schülerinnen und Schüler mit und ohne Handicap zu eigener Ausdruckskraft und kreativer Mediennutzung an. Die Kinder erwerben durch Medienbildung künstlerische Fähigkeiten, entwickeln ihr sprachliches und bildhaftes Ausdrucksvermögen und erkennen ihre Potentiale.

In dem neuen Projekt kommen Medienprofis oder Medienkünstler der LKJ in die Schulen und unterstützen die Schülerinnen und Schüler dabei, eigene Audio- oder Videobeiträge zu entwickeln und zu produzieren. Statt passivem Konsum steht Kreativität und aktives Gestalten im Vordergrund. Sie werden dabei vom User zum Producer. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei nicht nur mit der Technik umzugehen, auch der Umgang mit Sprache und die Sozialkompetenz werden gestärkt. Am Ende des Projekts steht ein Hör- bzw. Sehstück, das die Schüler stolz einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Je nach Gruppengröße, Vorerfahrungen und Interessen sowie Handicaps der Schülerinnen und Schüler, stehen im Modellprojekt „Hör-und Sehstücke“ verschiedene Formate zur Auswahl: Trickfilm, Video- oder Radioreportage oder Hörspiel

Erste Ergebnisse

Videoreportage - Siehe oben!

Eine besondere Kooperation verbindet die Karl-Wacker-Schule (Förderschule) mit der Eichendorffschule (Werkrealschule), beides Schulen aus Donaueschingen. Schüler mit und ohne Handicap werden zusammen unterrichtet, machen gemeinsame Ausflüge und führen Projekte durch. Diese Zusammenarbeit der beiden Schulen wurde von den Schülerinnen und Schüler in einer Videoreportage eindrücklich dargestellt. Sie planten den Film und verteilten die Aufgaben für Kamera, Ton, Regie und Redaktion. Die Schülerinnen und Schüler führten Interviews mit Schulleitern und Lehrern, zeigten Ausschnitte von gemeinsamen Ausflügen und Projekten und stellten in ihrem Film heraus, was das Besondere an dieser Form der Kooperation ist.

Trickfilm

An der Staatlichen Schule für Sehbehinderte in Waldkirch erstellten 25 Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Klassenstufen, alle mit Sehbehinderung oder einem hohen Förderbedarf, drei Trickfilme. In einem dreitägigen Workshop erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst eine Einführung in das Thema Trickfilm und Stop-Motion, erstellten erste Übungsfilme und produzierten anschließend in drei Gruppen jeweils einen kurzen Trickfilm. Im fantastischen Film „Der Zauberwald“ wurden Origami-Bastarbeiten animiert, „Der Bankraub“ ist ein harter Actionstreifen mit Gefängnisausbruch und Bankraub – erschaffen mit Legofiguren – und in den „Sport Tricks“ wird mit Hilfe der Pixilation Animation Akrobatisches mit echten Menschen gezeigt.

Hier geht's zum Trickfilm der Staatlichen Schule für Sehbehinderte in Waldkirch!

Audio- und Fotoprojekt

An der Klosterbergschule in Schwäbisch Gmünd haben körperlich- und geistig behinderte junge Erwachsene im Alter von 18 bis 21 Jahren mit Hilfe eines inklusiven Audio- und Fotoprojekts die Besonderheiten ihrer Schule vorgestellt. In Bild und Ton haben die Schülerinnen und Schüler zusammengetragen, was ihnen an ihrer Schule besonders gut gefällt, welche schönen Erlebnisse sie dort schon hatten und an welchen Plätzen sie sich am liebsten aufhalten. Mit dem Aufnahmegerät sind sie auf Entdeckungsreise auf dem Schulgelände gegangen. Anschließend haben sie sich gegenseitig in Szene gesetzt und sich an ihren Lieblingsorten fotografiert.

Hinweise zu Bewerbung, Teilnahme und Förderung

Interessierte Sonderschulen, Schulen mit Inklusionsklassen und Fördereinrichtungen für Schülerinnen und Schüler mit Handicaps (ab 12 Jahren) aus Baden-Württemberg können sich für 2016 bewerben. Das Projekt ist für die teilnehmenden Schulen kostenfrei.

Die inklusiven Medienprojekte „Hör- und Sehstücke“ der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) werden mit Unterstützung der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) angeboten. Die Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg hat die inklusiven Medienprojekte der LKJ beim Wettbewerb „idee bw“ als Leuchtturmprojekte ausgezeichnet und fördert zusätzliche Projekte in 2016.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.

Kontakt

  • Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ)
    Baden-Württemberg e.V.
    Rosenbergstraße 50
    70176 Stuttgart
    Telefon +49 711 62039085
    E-Mail info@lkjbw.de

  • Ansprechpartnerin
    Maren Scharpf
    Telefon +49 711 1200278
    E-Mail medien@lkjbw.de

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt der Woche.

Zu den bisherigen Projekten der Woche gelangen Sie hier.

Foto: LKJ Baden-Württemberg
Enthalten in

Region: Baden-Württemberg | Sparte: Film, Interdisziplinär, Medien, Musik | Thema: Außerschulische Kinder- und Jugendbildung | Textsorte: Projekt der Woche |