Kultur bildet.

Das Portal für kulturelle Bildung.

3 Fragen an Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW

15.11.2016

3 Fragen an Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW

Das Interview führte Theresa Brüheim, Chefin vom Dienst der Zeitung des Deutschen Kulturrat Politik & Kultur, in deren aktueller Ausgabe 6/2016 das Interview zuerst erschienen ist.

Theresa Brüheim: Vor Kurzem wurde die Akademie Remscheid in »Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW« umbenannt. Weshalb wurde der alte Name abgelegt? Was waren die Beweggründe für die neue Namensgebung?

Susanne Keuchel: Unter dem neuen Namen wird künftig die Arbeit fortgeführt, die seit 1958 in der Akademie gelebte Tradition ist. Die Hintergründe der Umbenennung sind sehr pragmatischer Natur. Der Name »Akademie Remscheid« hat in der alteingesessenen kulturellen Bildungsszene einen hervorragenden Klang und ist ein bewährtes Aushängeschild. In den letzten 15 Jahren hat sich jedoch das Feld der Multiplikatoren in der kulturellen Bildungslandschaft sehr stark vergrößert. Dies ist vor allem dem politischen Aufwind und der Vielzahl an neuen Förderprogrammen in der kulturellen Bildung geschuldet. Institutionen in Bildung, Kultur und im sozialen Bereich, die sich in der Vergangenheit weniger für kulturelle Bildung interessierten, sind heute stärker in dieses Feld involviert. Für Multiplikatoren aus diesen Einrichtungen ist es oftmals schwierig in der Argumentation gegenüber ihren Arbeitgebern durchzusetzen, warum sie, wenn sie in Bayern arbeiten, unbedingt eine Fortbildung in Remscheid absolvieren wollen. Mit dem neuen Namen ist es künftig für Dritte leichter, die bundesweite Bedeutung und den Hintergrund der Akademie besser einzuschätzen. Der neue Name betont zudem, dass sich die Akademie nicht nur als Anbieter und Gestalter von kultureller Bildung sieht, sondern auch unsere interne Praxis von ihr geleitet wird.

Welche Änderungen gehen mit der Umbenennung einher? Sind diese auch strukturell tiefergreifender Natur? Erfolgt im Zuge der Umbenennung eine Abkehr von der bisherigen Ausrichtung der Akademie?

Als zentrales Institut für kulturelle Kinder- und Jugendbildung steht die Akademie auch künftig für Fortbildung, Fachdiskurs und Forschung im Feld der kulturellen Bildung. Das Kerngeschäft besteht in der Fortbildung. Daneben prägte die Akademie seit ihrem Bestehen 1958 die kulturelle Bildungslandschaft maßgeblich mit, in Form eines begleitenden Fachdiskurses, in Form von Forschung, Theoriebildung und Modellvorhaben. Diese Grundausrichtung des Hauses soll mit all den ihr innewohnenden Facetten beibehalten werden. Aktuell stellen sich natürlich größere Herausforderungen bei der Gestaltung der kulturellen Bildungslandschaft: Es wurde schon darauf
hingewiesen, dass sich das Feld sehr stark verändert hat. Hinzu kommt der rasante gesellschaftliche Wandel, unter anderem bedingt durch Globalisierung, Medialisierung und Kommerzialisierung. Dies stellt auch an die kulturelle Bildung neue gesellschaftliche Herausforderungen, wie beispielsweise soziale Spaltung, Migration, Flüchtlinge, Einbindung des Sozialraums, kommunale Bildungslandschaften oder die sich rasant verändernde Medienwelt. Hier müssen wir dafür Sorge tragen, dass wir innerhalb unserer Fortbildungen hierauf zeitnah Antworten und Strategien finden. Dies bedingt eine noch stärkere Verzahnung von Fortbildung,
Fachdiskurs und Forschung in unserem Haus und auch mehr Freiraum für das Fachpersonal zur eigenen Weiterentwicklung.

Welche Erwartungen werden mit dem neuen Namen verbunden?

Wir hoffen, dass die künftige Arbeit der Akademie dazu beiträgt, dass der neue Name langfristig einen ebenso guten Klang in der Szene hat, wie die Vorgängernamen der Akademie. Angefangen hat ja alles mit der »Akademie Remscheid für musische Bildung und Medienerziehung«.

...

Hier finden Sie einen Beitrag zur Namensänderung der Akademie im September 2016.

Enthalten in

Sparte: Interdisziplinär | Thema: Aus- und Weiterbildung | Textsorte: Interview |